Der Ursprung unserer Angst.

Sie hat viele Gesichter und jeder kennt sie. Sie bewahrt uns vor waghalsigen Entscheidungen. Wenn sie zu groß wird, schützt sie uns vor dem Leben. Wo kommt die Angst eigentlich her und wie gewinnen wir die Kontrolle über sie zurück?

Die Formen.

Einige haben Höhenangst, andere fürchten sich vor Spinnen. Wir können uns recht gut erklären wie es zu diesen Ängsten kommt. Springen wir vom 10-Meter-Brett, weist uns die Angst auf den drohenden Aufprall hin. Einige Spinnen sind giftig. Die Angst fungiert hier als Partner hilft uns, unser Leben zu erhalten.

Doch was ist eigentlich mit der Angst vor dem Zahnarzt oder davor, den gehassten Job zu kündigen? Es scheint sich hier um eine ganz andere Form der Angst zu handeln. Schaut man genau hin lässt sich erkennen, dass alle Ängste den gleichen Ursprung haben. Sie entstehen in unseren Gedanken.

Der Ursprung.

Ängste basieren auf Erfahrungen. Wir haben einst gelernt, dass Höhe gefährlich sein kann und, dass Spinnen beißen können. Es handelt sich hier um Erfahrungen, die wir entweder selbst gemacht haben oder durch Geschichten oder Dokumentationen, also der Erfahrung anderer, übertragen bekommen haben. Diese Erfahrungen rufen wir dann in unseren Gedanken ab. Die Angst entsteht also in unseren Gedanken. Je mehr Raum wir den Gedanken geben, desto größer wird sie. Deshalb raten Fallschirmspringer ihren Schülern, nicht zu viel über den Sprung nachzudenken und „einfach“ zu springen, wenn die Tür aufgeht. Je länger sie an der Tür stehen und überlegen, desto schwieriger wird der Fallschirmsprung, weil dann mehr Gedanken im Kopf umherschwirren. Ähnlich ist es auf dem 10-Meter-Turm.  Obwohl die Gefahr weder steigt noch sinkt, wird die Angst mit jedem Gedanken größer.

Der Gedanke.

Kinder flüchten auf einer Wolke vor der Hexe und haben AngstBeschäftigen wir uns deshalb mit den Gedanken. Was sind eigentlich Gedanken? Gedanken sind immer alt. Sie haben mit dem Leben im „Hier und Jetzt“ nichts zu tun. In dem Moment, in dem sie etwas denken, ist der Gedanke bereits alt und der Impuls der zu dem Gedanken führte ist bereits vergangen. Bewegen wir uns also in den Gedanken, bewegen wir uns in der Vergangenheit.

 

Verinnerlichen sie das bitte einen Augenblick: Jeder Gedanke ist alt. 

Ein Beispiel: Sie haben einen Termin beim Zahnarzt. Die meisten von uns verbinden unangenehme Erinnerungen mit dem Zahnarztstuhl. Es hat etwas mit Schmerzen zu tun. Je länger sie sich diesen Gedanken widmen, desto größer wird die Angst. Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob es sich um einen Routinebesuch handelt oder ob es bereits ein kleines Loch gibt. Es spielt auch keine Rolle, ob sie einen neuen Zahnarzt aufsuchen oder jenen Arzt besuchen, den sie bereits kennen. Kommen sie in der Praxis an, nehmen sie den typischen „Zahnarztgeruch“ in der Praxis wahr. Sie hören den allseits unbeliebten Wasserbohrer. Beide sind in dem Moment, in dem sie die Praxis betreten für sie harmlos. Erst die Gedanken, die sie mit dem Geruch und dem Geräusch verbinden führen zur Angst. Es ist gut möglich, dass ihre Angst völlig unbegründet ist, weil heute bei Ihnen nicht gebohrt wird. Trotzdem geht es ihnen nicht gut und sie verspüren Angst. Der Gedanke ist dafür verantwortlich.

Haben sie gerade Angst vor irgendetwas? Überprüfen sie diese auf das gerade erläuterte. Macht ihnen die Sache selbst auch im Moment Angst oder ist es die Erfahrung und damit der Gedanke, der sie verursacht?

Wir haben gelernt, dass Gedanken immer alt sind. Wenn also Angst erst durch den Gedanken entsteht, ist auch die Angst immer vergangenen Ursprungs.

Das hier und jetzt. Ein Weg aus der Angst.

Ist klingt so einfach und muss doch immer wieder verinnerlicht werden. Wenn sie stets im „Hier und Jetzt“ leben, wen sie achtsam auf den jeweiligen Moment durch die Welt gehen, nicht nur ein wenig, sondern konsequent, dann wird sich die Angst auflösen. Es erfordert Mut diesen Weg zu gehen. Doch stellen sie sich ein Leben ohne Angst vor. Wäre das nicht wunderbar?

Ich möchte nicht, dass sie ihre Gedanken verdrängen. Jede „Gewalt“ in ihrem Kopf, wie „Ich will nicht denken!“ oder „Jetzt habe ich schon wieder gedacht.“ führt nicht weiter. Versuchen sie es nicht mit der erlernten Form der Disziplin. Gehen sie stattdessen immer wieder auf die Suche, nach dem Ursprung der Gedanken.

Wie entsteht ein Gedanke? Wissen sie es?

Wenn sie es schaffen den Moment mit allen ihren Sinnen wahrzunehmen, ganz ohne alte Gedanken, dann wird sich die Angst auflösen. Versuchen Sie es. Ich wünsche ihnen von Herzen ein angstfreies Leben!

Wenn Sie weitere Fragen zu dem Thema haben, kommentieren sie gern, oder schreiben sie mir eine Mail.

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